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Unternehmen, die an präventiven Impfstoffen arbeiten

Weltweit sind binnen kürzester Zeit zahlreiche Impfstoff-Projekte gegen SARS-CoV-2, das seit Anfang des Jahres 2020 bekannt ist, angelaufen. Derzeit wird lt. Übersicht der Weltgesundheitsorganisation WHO an mehr als 190 Kandidaten gearbeitet, wovon sich rund 151 in präklinischer und 42 Kandidaten im Stadium klinischer Forschung und 2 Impfstoff-Kandidaten in einer Rolling Review durch die EMA befinden (Update vom 2. Oktober 2020). 

Einige Beispiele für laufende SARS-CoV-2 Impfstoff-Projekte

AstraZeneca

Anfang Juni 2020 steigt das Unternehmen in die COVID-19 Imptstoffproduktion ein. Der Impfstoff AZD1222, der an der Oxford University entwickelt wird und noch nicht klinisch erprobt ist, soll von AstraZeneca produziert werden.

Das Unternehmen hat eine Vereinbarung mit der Koalition für Innovationen in der Epidemievorbeugung (CEPI) und der Impfallianz Gavi unterzeichnet. Beide Stiftungen werden von der WHO und der Bill and Melinda Gates Foundation unterstützt, die 750 Mio. Euro in die Verdoppelung des Impfstoffes investiert. Die Vereinbarung hält fest, dass die Herstellung der Dosis-Einheiten auf 2 Milliarden erhöht wird.

Update 05. Juni 2020

  • AstraZeneca gibt bekannt, dass es bis September mit Ergebnissen zur Wirksamkeit seines in Entwicklung befindlichen Corona-Imfpstoffs rechnet.
  • Gleichzeitg beginnt das britische Unternehmen bereits mit der Produktion des Impfstoffes
  • Nach eigenen Angaben hat AstraZeneca in Europa, den USA und Asien Verträge für parallele Versorgungswege abgeschlossen - z.B. mit dem Srologischen Institut von Indien für ein Milliarde Impfdosen für das Land
  • In Großbritannien, Brasilien und Südafrika laufen Phase 2/3-Studien im Spätstadium, die in den USA beginnen sollen. In den Studien wird ermittelt, wie gut der Impfstoff vor COVID-19 schützt, und die Sicherheit und Immunantworten in verschiedenen Altersgruppen und in verschiedenen Dosen gemessen.

Update 22. Juli 2020

  • AstraZeneca gibt in einem Medienbriefing bekannt einen Coronavirus-Impfstoff bis Ende des Jahres 2020 auf den Markt zu bringen.
  • Eine Einheit soll zum Selbstkostenpreis von 2,50 Euro verkauft werden.

Update 24. September 2020

  • Nach einer ersten Unterbrechung der Phase 3-Studie Mitte September hat das Unternehmen bekanntgegeben, dass es zur Fortführung der Studie in den USA immer noch auf grünes Licht der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA wartet.
  • Die Phase 3 läuft währenddessen in Großbritannien und außerhalb der USA weiter. 

CSL Behring

CSL Behring unterstützt die University of Queensland (AUS) bei ihren Bemühungen, einen COVID-19-Impfstoff zu entwickeln, indem das Unternehmen technisches Fachwissen bereitstellt. Im Rahmen dieser Partnerschaft wurde der Universität die firmeneigene Adjuvans-Technologie MF59® für das vorklinische Entwicklungsprogramm eines Coronavirus-Hyperimmun-Serums gespendet.

Janssen

Janssen entwickelt in Partnerschaft mit dem Beth Israel Deaconess Medical Center (BIDMC) einen Impfstoff gegen COVID-19. Es wurde mit der präklinischen Prüfung verschiedener Impfstoffkandidaten begonnen. Am 30. März 2020 konnte Janssen bereits die Wahl des COVID-19 Impfstoffkandidaten verkünden.

Das Unternehmen geht im Moment davon aus, dass spätestens im September 2020 klinische Studien in der Phase 1 starten können und damit eine Zulassung für den Notfalleinsatz von Impfstoffen bereits früh im Jahr 2021 erfolgen kann. Janssen passt bereits seine Produktionskapazitäten mit dem Ziel an, mehr als eine Milliarde Impfdosen weltweit zur Verfügung stellen zu können. 

Update 24. September 2020

  • Das Unternehmen gibt bekannt, dass es eine globale klinische Phase 3-Studie initiiert und mit der Rekrutierung von 60.000 Freiweilligen auf drei Kontinenten startet.
  • ENSEMBLE, so der Name der Studie zur Untersuchung der Sicherheit und Wirksamkeit von JNJ-78436735 (oder auch Ad26.COV2.S), soll bis zu 60.000 Erwachsene im Alter von mindestens 18 Jahre einschliessen.
  • Um die Wirksamkeit des COVID-19-Impfstoffs von Janssen zu bewerten, wird die Studie in Ländern und Studienzentren durchgeführt, die besonders hohe Infektionszahlen für COVID-19 aufweisen sowie die Infrastruktur besitzen, eine rasche Einführung zu unterstützen.

Merck, Sharp & Dohme

MSD untersucht seine antiviralen Wirkstoffkandidaten und Impfstoffe auf ihre Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2 und verwandte Viren.

Update 26. Mai 2020

  • MSD übernimmt den Wiener Impfstoffspezialisten Themis. Die Übernahme soll die Entwicklung des COVID-19-Impfstoffkandidaten von Themis beschleunigen. Das Präparat befindet sich in der Phase 1 klinischen Studien.
  • Die an der Entwicklung beteiligten Institut Pasteur, CEPI und MSD haben sich darauf geeinigt, die Preise für einen allfälligen Impfstoff so zu gestalten, dass er allen, auch Ländern mit niedrigem Einkommen, zugänglich ist.

Pfizer

Gemeinsam mit BioNTech forscht Pfizer an einen Impfstoff gegen das SARS-CoV-2  entwickelt einen potentiellen Impstoff (mRNA*-basierter Impfstoffkandidat BNT162b1), um Infektionen vorzubeugen.

Update 28. April 2020

    • Diese Woche haben die beiden Unternehmen mit klinischen Prüfungen der Phase 1 / Phase 2 für vier Impfstoffkandidaten in Deutschland begonnen.

Update 5. Mai 2020

  • BioNtech und Pfizer beginnen in den USA mit ihrer Impfstoffstudie gegen das Coronavirus. Dabei testen sie vier verschiedene Impfstoffkandidaten.
  • Zunächst werden die Impfstoffkandidaten an 360 gesunden Freiwilligen in zwei Altersgruppen erprobt, danach sollen weitere 8.000 Freiwillige folgen.

Update 22. Juli 2020

  • Ab Ende Juli 2020 soll eine breitangelegte, globale Phase 2b/3-Studie mit mehr als 30.000 Probanden starten.

Update 2. September 2020

  • Die Phase 3-Studien laufen in den USA, Brasilien und in Argentinien an insgesamt 125 Kliniken. 20.000 der geplanten 30.000 Probanden wurden bereits aufgenommen.
  • Die Produktion des möglichen Impfstoffes soll in Produktionsstätten von Pfizer (3 x USA, 1 x Europa), BioNTech (2 x Europa = Deutschland) und Polymun (1 x Europa = Österreich) erfolgen.

Weitere Information zu den Aktivitäten von Pfizer: www.pfizer.at/covid-19

Sanofi

Sanofi verwendet in Zusammenarbeit mit Biomedical Advanced Research and Development Authority (BARDA) Sanofi‘s etablierte rekombinante Technologie Plattform, um einen potenziellen COVID-19 Impfstoff zu entwickeln. Sanofi kooperiert auch mit der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI). Das Anfang 2017 in Davos gestartete CEPI koordiniert die Entwicklung von Impfstoffen gegen neue auftretende Infektionskrankheiten.

Sanofi Pasteur, die Impfstoffsparte des Unternehmens, verfügt über einen jahrzehntelangen Erfahrungsschatz in der Entwicklung, Lizenzierung und Herstellung von Impfstoffen. Dies ermöglicht es, auf neu auftretende Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit wie COVID-19 rasch zu reagieren. Derzeit nutzt das Unternehmen frühere Entwicklungsarbeiten für einen SARS-Impfstoff, um einen schnellen Weg für die Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs zu finden.

Update 15. April 2020

  • Sanofi und GSK gaben am 14. Zusammenarbeit bekannt: Sanofi steuert das S-Protein des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 als Antigen bei, das mittels re-kombinanter DNA-Technologie hergestellt wird.
  • GSK bringt seine Pandemie-Adjuvans-Technologie in die Zusammenarbeit ein. Der Einsatz eines Adjuvans kann in einer Pandemiesituation von besonderer Bedeutung sein, da es die Menge des pro Dosis erforderlichen Impfproteins verringern kann. Dadurch können mehr Impfstoffdosen hergestellt werden.
  • Im zweiten Halbjahr 2020 sollen die ersten klinischen Tests starten.

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es werden jedoch Updates durchgeführt.

Coronavirus Impfstoffe: Projekte in Österreich

Einige Projekte der Impfstoff-Entwicklung laufen auch in Österreich - hier der kurze Überblick. Die Gesamtübersicht finden Sie auf LISAvienna.

MSD/Themis

Themis, ein Biotech-Unternehmen mit Sitz in Wien, arbeitet an einem Impfstoff-Projekt gegen COVID-19. Basis für die Entwicklung ist seine Masernvektor-Technologie. Eine Phase 1-Studie soll demnächst starten. CEPI fördert dieses Projekt-Konsortium aus Themis, Institut Pasteur und University of Pittsburgh.

Update 26. Mai

  • MSD übernimmt Themis, um die Entwicklung des COVID-19 Impfstoffkandiaten zu beschleunigen.

Update 22. Juni

  • Der Impfstoffkandidat von Themis (einer nun 100-prozentigen Tochter von MSD) befindet sich derzeit in der präklinischen Entwicklung klinische Studien sollen im Laufe des Jahres 2020 beginnen.

Polymun

Polymun, ein Biotech-Unternehmen mit Sitz in Korneuburg (NÖ), ist am Imfpstoffpojekt von Pfizer und BioNTech beteiligt. Es stellt wichtige Teile (Liposome bzw. Lipid-Nanopartikel) der Kandidatimpfstoff-Dosen für die klinischen Studien samt der bereits angelaufenen Phase 3-Studie her. 

Valneva

Valneva Austria in Wien entwickelt einen inaktivierten Ganzvirus-Impfstoff gegen das Coronavirus in Kooperation mit Dynavax Technologies. Klinische Entwicklung und Qualitätskontrolle für diesen Impfstoff-Kandidaten werden von Österreich aus geplant, wo auch die Prozessentwicklung stattfindet. Das GMP Material soll bei Valneva in Schottland hergestellt werden, erste präklinische Versuche laufen in Frankreich.

Viravaxx

Viravaxx AG und MedUni Wien bauen gemeinsam eine integrierte Plattform für Immundiagnostik und Vakzinierung bei COVID-19 auf, Immundiagnostik und Impfstoffentwicklung sind eng verzahnt. Seren von Patienten, die eine COVID-19 Erkrankung überstanden haben, werden in einer klinischen Studie mit bis zu 600 Teilnehmern, die von der Ethikkommission bereits genehmigt ist, untersucht. Das gemeinsame Projekt ist sowohl Basis für Design von Vakzin-Kandidaten als auch serologischer Test.

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es werden jedoch Updates durchgeführt.

Coronavirus Forschung und Entwicklung im deutschsprachigen Raum

Die Coronavirus-Pandemie hat weltweit Forschungsprojekte für Impfstoffe und therapeutische Medikamente bewirkt. Eine entsprechende Forschung wird auch an Standorten in Deutschland, der Schweiz und Österreich betrieben. Wo genau, das zeigt die gemeinsame Standortkarte von vfa – Verband forschender Arzneimittelhersteller, BIO Deutschland und PHARMIG.

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