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Pharmig-Verhaltenscodex

Pharmig-Verhaltenscodex

Pharmazeutische Unternehmen entwickeln, produzieren und verkaufen Arzneimittel. Zu ihrer Verantwortung gehört auch, Ärzte, Apotheker, Patienten und die Öffentlichkeit über ihre Medikamente zu informieren und damit zur richtigen Anwendung und zur Arzneimittelsicherheit beizutragen.

Der Pharmig-Verhaltenscodex (VHC) legt verbindliche Regeln für diese Informationen und alle Marketingaktivitäten fest. Er regelt umfassend die Zusammenarbeit zwischen Pharmaunternehmen und Ärzten, Institutionen und Patientenorganisationen und enthält verbindliche Leitlinien die bei Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz (AMG) anzuwenden sind. Dabei ist das Ziel, diese Zusammenarbeit fair und transparent zu gestalten.

So enthält der Verhaltenscodex seit 2014 auch Bestimmungen darüber, wie Pharmaunternehmen geldwerte Leistungen offenlegen, wenn sie etwa mit Ärzten bzw. Universitätskliniken zusammenarbeiten oder die Arbeit von Patientenorganisationen unterstützen. Berücksichtigt werden dabei nicht nur direkte Zahlungen, wie beispielsweise Honorare für Vorträge oder Studien. Auch das Gewähren eines Vorteils ohne direkte Zahlung – wenn ein Unternehmen etwa einem Arzt die Teilnahme an einem Fachkongress ermöglicht - wird als geldwerte Leistung von der Selbstverpflichtung zur Offenlegung erfasst.

Mit dem Verhaltenscodex regelt die Branche für ihre Glaubwürdigkeit zentrale Bereiche selbst auf Basis bestehender Gesetze (freiwillige Selbstregulierung), ohne dass weitere staatliche Vorgaben erforderlich wären. Der Verhaltenscodex wurde 1970 eingeführt und zuletzt 2015 aktualisiert.

Meilensteine in der Entwicklung des Pharmig Verhaltenscodex (VHC)

  • 1970
  • 1972
  • 2004
  • 2007
  • 2008
  • 2009
  • 2013
  • 2014
  • 2016
  • 1970

    Die Pharmig-Generalversammlung beschließt den Verhaltenscodex.

  • 1972

    Die Pharmig Mitgliedsunternehmen unterwerfen sich freiwillig dem Verhaltenscodex.

  • 2004

    Der Pharmig Verhaltenskodex wird umfangreich überarbeitet.

  • 2007

    Der Pharmig Verhaltenscodex wird grundlegend überarbeitet, um Lücken im Beschwerdeverfahren zu schließen. Somit können Unternehmen Beschwerden gegen Mitbewerber auch anonym einbringen.

  • 2008

    Das Korruptionsstrafrechtsänderungsgesetz (KorrStrÄG) tritt in Kraft. Unternehmen, die sich schon bisher an den Pharmig Verhaltenscodex gehalten haben, erfüllen damit bereits die hohen Anforderungen dieses Gesetzes.

  • 2009

    In den Verhaltenscodex wird die Veröffentlichungspflicht für die Unterstützung von Patientenorganisationen aufgenommen.

  • 2013

    Die Transparenzbestimmungen werden ausgeweitet auf Spenden und Fördermittel für Institutionen, die sich überwiegend aus Angehörigen der Fachkreise zusammensetzen

  • 2014

    Der VHC wird erweitert um Bestimmungen zur Offenlegung von geldwerten Leistungen zur Zusammenarbeit mit Angehörigen der Fachkreise und Institutionen.

  • 2016

    Erstmalig legen die Pharmig Mitgliedsunternehmen geldwerte Leistungen an Angehörige und Institutionen der Fachkreise, rückwirkend für das Jahr 2015, auf ihren Websites offen

Für wen gilt der Pharmig Verhaltenscodex?

Die Mitglieder der Pharmig bekennen sich für die Dauer ihrer Mitgliedschaft zur Einhaltung des Pharmig-Verhaltenscodex (VHC) und der Verfahrensordnung der Fachausschüsse VHC I. und II. Instanz (VHC-Verfahrensordnung).

Auch Nichtmitglieder der Pharmig können dem VHC und der VHC-Verfahrensordnung beitreten. Dazu schließen sie eine „Vereinbarung über die Anwendung der Verfahrensordnung der Fachausschüsse VHC I. und II. Instanz (VHC-Vereinbarung) mit der Pharmig ab. So können auch sie gegen Mitgliedsunternehmen Beschwerden einbringen und ein Verfahren unter Anwendung der VHC-Verfahrensordnung abhandeln.

Des Weiteren werden Beschwerden gegen Nichtmitglieder der Pharmig, die eine VHC-Vereinbarung abgeschlossen haben, unter Einhaltung der Bestimmungen der VHC-Verfahrensordnung vor den Fachausschüssen VHC I. und II. Instanz behandelt und nicht an den Fachverband der chemischen Industrie der Wirtschaftskammer Österreich (FCIO) zur Bearbeitung weitergeleitet.

VHC-Verfahren

Die Verfahrensordnung der Fachausschüsse VHC I. und II. Instanz legt den prozessualen Rahmen für die Abwicklung eingebrachter Beschwerden fest. Dafür steht seit 2015 ein straffes und vereinfachtes Verfahren zur Verfügung, das zügig zur Klärung strittiger Sachverhalte führt und die Möglichkeit zur Abgabe einer Unterlassungserklärung vorsieht.

Auch Nicht-Mitglieder und Dritte haben die Möglichkeit, gegen behauptete Verstöße des VHC Beschwerden einzubringen, wobei diesbezüglich eine schriftliche VHC-Vereinbarung für das jeweilige Verfahren abzuschließen ist. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass sowohl der Beschwerdeführer als auch das betroffene Unternehmen einheitlichen Regeln unterliegen. Seit 2007 besteht die Möglichkeit, Beschwerden anonym einzubringen, sofern es sich um behauptete Verstöße gegen Artikel 7 (Veranstaltungen) und Artikel 11 (Vorteile) handelt.

Ablaufdiagramm

Fachausschuss VHC I. Instanz

Die Fachausschüsse VHC sind zur Verhandlung und Entscheidung aller Streitsachen im Zusammenhang mit der Verletzung des Pharmig-Verhaltenscodex gegenüber den Mitgliedern der Pharmig zuständig. Für alle zulässigen Beschwerden ist der Fachausschuss VHC I. Instanz zuständig.

  • Vorsitz Fachausschuss I. Instanz

    Mag. Alexander Herzog

    Pharmig
  • Fachausschuss I. Instanz

    DI Mario Haller

    Eli Lilly GesmbH
  • Fachausschuss I. Instanz

    Mag. Roland Hoberstorfer

    Gilead Sciences GesmbH
  • Fachausschuss I. Instanz

    Dr. Andrea Maier

    GSK - GlaxoSmithKline Pharma GmbH
  • Fachausschuss I. Instanz

    MMag. Dr. Astrid Müller, MBA

    Biogen Austria GmbH
  • Fachausschuss I. Instanz

    Mag. Christian Pichler

    Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG
  • Fachausschuss I. Instanz

    Mag. pharm. Reingard Sand

    Servier Austria GmbH
  • Fachausschuss I. Instanz

    RN Dr. Thomas Schöffmann

    Grünenthal Ges.m.b.H.
  • Fachausschuss I. Instanz

    Mag. DDr. Wolfgang Wein

    Merck Gesellschaft m.b.H.

Fachausschuss VHC II. Instanz

Der Fachausschuss VHC II. Instanz entscheidet über Einsprüche gegen Entscheidungen des Fachausschusses VHC I. Instanz, über Devolutionsanträge wegen Untätigkeit des Fachausschusses VHC I. Instanz und im Falle der Zulässigkeit der Devolutionsanträge für Entscheidungen über zulässige Beschwerden.

  • Vorsitz Fachausschuss II. Instanz

    Univ.-Doz. Dr. Gunter Ertl

    Emeritierter Richter (Vorsitz)
  • Vorsitz Fachausschuss II. Instanz

    Mag. Walter Hellmich

    Emeritierter Richter
  • Vorsitz Fachausschuss II. Instanz

    Dr. Karlheinz Schrödl

    Emeritierter Richter
  • Fachausschuss II. Instanz

    Univ.-Prof. Dr. Anna Christine Hauser

    Praktizierende Ärztin
  • Fachausschuss II. Instanz

    Dr. Oskar Haszonits

    Fresenius-Kabi Austria GmbH
  • Fachausschuss II. Instanz

    MR Dr. Karl Jungbauer

    Praktizierender Arzt
  • Fachausschuss II. Instanz

    Mag. Martin Munte

    Amgen GmbH
  • Fachausschuss II. Instanz

    Prof. Dr. Robin Rumler

    Pfizer Corporation Austria GmbH
  • Fachausschuss II. Instanz

    Mag. Günter Schaden, MBA

    Almirall GmbH
  • Fachausschuss II. Instanz

    Philipp von Lattorff, MBA

    Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG
  • Fachausschuss II. Instanz

    Mag. Wolfgang Wacek

    Sanova Pharma GmbH

Ihr Pharmig Ansprechpartner


Transparenz schafft Vertrauen

Ziel der Offenlegung aller geldwerten Leistungen der pharmazeutischen Unternehmen ist es, das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Gesundheitswesen zu stärken. Das Verständnis für die gemeinsame Zusammenarbeit von Ärzten und Pharmaindustrie soll gefördert und ihr Nutzen aufgezeigt werden.

Die Offenlegung der Daten erfolgt jährlich, erstmals am 30. Juni 2016. Der Berichtszeitraum umfasst ein Kalenderjahr und erfolgt jeweils rückwirkend für das Jahr davor. Die Veröffentlichung der geldwerten Leistungen sowie Spenden und Förderungen muss über eine öffentlich zugängliche Homepage der pharmazeutischen Unternehmen erfolgen.

In der Liste der Pharmig Mitgliedsunternehmen finden Sie jeweils die Links zur Offenlegung der Unternehmen.
Weitere Details und Informationsmaterial: www.transparenz-schafft-vertrauen.at

Transparenz in Zahlen

Hier finden Sie zusammengefasst die offengelegten geldwerten Leistungen für Österreich ab 2016.

Offenlegung 2017

Der Gesamtbetrag von 140 Mio. Euro an geldwerten Leistungen im Jahr 2017 gliedert sich in

  • 89 Mio. Euro für Forschung (64 %, bspw. für die Mitarbeit bei klinischen Prüfungen),
  • 31 Mio. Euro im Zuge von Veranstaltungen (22 %, bspw. Kongress-Teilnahmegebühren),
  • 14,5 Mio. Euro für Dienst- und Beratungsleistungen (10 %, bspw. für eine Vortragstätigkeit) und
  • 5,5 Mio. Euro an Spenden und Förderungen (4 %, bspw. für Patientenorganisationen oder Forschungsprojekte).

Offenlegung 2016

Rund 90 Mio. Euro zahlten die heimischen Pharmaunternehmen im Kalenderjahr an die Angehörigen und Institutionen medizinischer Fachkreise, um die medizinische Versorgung stetig zu verbessern und gesellschaftlichen Fortschritt zu gewährleisten.

  • Ein Drittel (ca. 33,7 Mio. Euro) entfiel dabei auf Forschungstätigkeiten und die Durchführung klinischer Studien.
  • Ein weiteres Drittel (ca. 33,8 Mio. Euro) kam Veranstaltungen zugute, die der wissenschaftlichen Information und fachlichen Fortbildung dienten.
  • Der restliche Anteil teilt sich in Dienst- und Beratungsleistungen (ca. 14,7 Mio. Euro z.B. Vortragstätigkeit im Rahmen eines Fachkongresses) sowie in
  • Spenden und Förderungen für Institutionen (ca. 7,7 Mio. Euro z.B. für Aus- und Weiterbildung) auf.

Schritt für Schritt zu mehr Transparenz in der Pharmaindustrie

Die wichtigsten Informationen zum Thema fasst dieses Video zusammen.

Auch die Pharmig legt offen

Transparenz schafft Vertrauen – zu diesem Grundsatz bekennt sich auch die Pharmig. Daher legt der Verband der pharmazeutischen Unternehmen Österreichs offen, welche Institutionen er im Kalenderjahr 2017 unterstützt hat.

Individualisierte Offenlegung der Pharmig – Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs, für das Kalenderjahr 2017:

  • Arznei & Vernunft: 13.189,05 Euro
  • Pro Rare Austria: 2.000 Euro
  • Österreichische Plattform Patientensicherheit: 3.000 Euro
  • Das Gesundheitspolitische Forum (Karl Landsteiner Gesellschaft): 1.500 Euro
  • ARGE Selbsthilfe Österreich: 25.000 Euro
  • OKIDS GmbH: 5.000 Euro

 

VHC-Entscheidungssammlung

Zur Schaffung von Rechtssicherheit und zum besseren Verständnis der praktischen Anwendung und Auslegung der einzelnen VHC-Bestimmungen werden die Ergebnisse der seit Inkrafttreten der VHC-Verfahrensordnung durchgeführten und abgeschlossenen Verfahren in anonymisierter Form veröffentlicht.

Leichte Suche in der VHC-Entscheidungssammlung
Die einzelnen Entscheidungen sind nach der Geschäftszahl, die sich aus der Jahreszahl und der fortlaufenden Verfahrenszahl zusammensetzt, in aufsteigender Reihenfolge angeordnet.
Darüber hinaus sind bei jeder einzelnen Entscheidung jene Verstöße gegen den VHC, die in der Beschwerde vorgebracht wurden, sowie (jene Verstöße, die der zuständige Entscheidungssenat festgestellt hat, in Form der VHC-Artikelnummer angeführt.

Die Entscheidungen können durch das direkte Anklicken der Geschäftszahl aufgerufen werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Entscheidungen mit der Filterfunktion nach einzelnen VHC-Artikelnummern (z.B.: 7.2) zu suchen. Als Suchergebnis werden dann jene Entscheidungen angezeigt, die sich mit dem ausgewählten VHC-Artikel inhaltlich befassen.

Zum Aufbau der einzelnen VHC-Entscheidungen
Die jeweiligen Entscheidungen sind – vom Ausgang des jeweiligen Verfahrens abhängig – wie folgt aufgebaut:

  • Angabe der Geschäftszahl und
  • Festgestellte Verstöße und
  • Beschreibung des Sachverhaltes und
  • Unterlassungserklärung (bei festgestellten Verstößen) und/oder Beschluss des zuständigen Entscheidungssenates (bei abgewiesenen Beschwerdepunkten) oder
  • Entscheidung des zuständigen Entscheidungssenates (im fortgesetzten Verfahren I. Instanz und im Verfahren II. Instanz).

Suchregister der VHC-Entscheidungssammlung
Die Entscheidungen können durch das direkte Anklicken der Geschäftszahl aufgerufen werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Entscheidungen mit der Filterfunktion nach einzelnen VHC-Artikelnummern (z.B.: 7.2) zu suchen. Als Suchergebnis werden dann jene Entscheidungen angezeigt, die sich mit dem ausgewählten VHC-Artikel inhaltlich befassen.

Spezifische Suche im Inhalt der Entscheidungen nach VHC-Artikel Nummer:

GZ Beschwerdegegenständliche Verstöße gegen VHC Artikel: Festgestellte Verstöße
gegen VHC Artikel:

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