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Forschung und Entwicklung nehmen weiter Fahrt auf

Forschung und Entwicklung nehmen weiter Fahrt auf

Die Entwicklung von Impfstoffen und therapeutischen Medikamenten gegen SARS-CoV-2 / COVID-19 läuft auf Hochtouren. Forscher und pharmazeutische Unternehmen arbeiten dazu an vielen unterschiedlichen Ansätzen zur präventiven und symptomatischen Behandlung mit bereits zugelassenen wie auch neuen Therapien. Entsprechende Projekte laufen sowohl in Österreich als auch international.

Update: An welchen Entwicklungen arbeiten
PHARMIG Mitgliedsunternehmen

AbbVie

AbbVie unterstützt "Investigator Initiated Studies" und arbeitet mit internationalen und europäischen Behörden, wie WHO, FDA, CDC, NIH zusammen. AbbVie ist Teil der Innovative Medicines Initaitve (IMI) zur Entwicklung zielgerichteter Therapien bei COVID-19.

Für die Erprobung hat das Unternehmen ein HIV-Medikament mit der Wirkstoffkombination Lopinavir / Ritonavir als COVID-19-Therapeutikum zur Verfügung gestellt. Studien mit Patienten laufen, darunter auch eine Studie, in der die Patienten zusätzlich Novaferon von Beijing Genova Biotech inhalieren. Dieses Alpha-Interferon ist in China zugelassen zur Therapie von Hepatitis B. Das Medikament soll nun auch in großen Studien weltweit erprobt werden.

Amgen

deCODE genetics, ein Tochterunternehmen von Amgen, führt in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden PCR- und Antikörper-Testungen bei unterschiedlichen Populationen in Island durch, um mehr Informationen zur Häufigkeit des SARS-CoV-2 in der Bevölkerung sowie zur Art und Dauer der Immunantwort gegen das Virus zu gewinnen. Hier sind Links zu entsprechenden Publikationen im New England Journal of Medicine: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2006100 und https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa2026116

Des Weiteren nutzen wir unsere biotechnologische Expertise und Produktionskapazität, um das Unternehmen Lilly bei ihren Antikörper-Aktivitäten zu unterstützen.

Apeiron Biologics

Das Wiener Biotechunternehmen entwickelt den Medikamentenkandidaten APN01, ein rekombinantes lösliches ACE2. Das biotechnologisch hergestellte Angiotensin Converting Enzym 2 (rhACE2) soll das Einschleusen von SARS-CoV-2 verhindern, die Schädigung verschiedener Organe reduzieren und einen entzündungshemmenden und Lungenödem-dämpfenden Effekt aufweisen.

Die Grundlage hinter dem Wirkungsmechanismus wurde bereits 2005 am IMBA erschlossen. ACE2 wurde damals von Josef Penninger und Kollegen als die essenzielle in vivo Eintrittspforte eines Coronavirus beschrieben, das bereits 2003 für einen globalen Ausbruch der Lungenkrankheit SARS sorgte.

Update 2. April

  • 2. April: Behördengenehmigungen in AT, DE und DK zur Durchführung einer Phase II Studie zur Behandlung von 200 COVID-19 PatientInnen

Update Oktober 2020

  • Klinische Prüfungen der Phase-2b mit 200 Teilnehmern laufen - Ergebnisse sind lt. Unternehmen im Spätherbst zu erwarten.

Update Dezember 2020

  • Die Patientenrekrutierung für Klinische Prüfungen in Phase-2 wurde abgeschlossen. In mehreren Studienarmen nehmen in Deutschland, Österreich, Dänemark, Großbritannien und Russland je 100 Patienten teil.
  • Die Ergebnisse der doppelt-verblindeten, randomisierten und Placebo-kontrollierten Studie werden im ersten Quartal 2021 erwartet.

AstraZeneca

Im Bereich der Forschung beschleunigt AstraZeneca die eigene Entwicklung diagnostischer Testverfahren mit dem Ziel, die Testkapazitäten zu erhöhen und arbeitet gemeinsam mit Behörden an der Ausweitung existierender Screening-Programme. Darüber hinaus arbeitet AstraZeneca‘s Forschungs- und Entwicklungs-Team (R&D, Research & Development) unermüdlich daran, monoklonale Antikörper zu identifizieren, um deren Wirksamkeit und Sicherheit in der Behandlung und Prävention von COVID-19 in klinischen Studien voranzutreiben. Mehr als 50 Virologen, Immunologen, Atemwegsspezialisten und Protein-Engineering-Experten aus den Bereichen Forschung, Zulassung und Produktion treiben die Entwicklung einer Therapie zur Eindämmung der globalen Auswirkungen mit höchster Priorität voran.

Bayer

Bayer bereitet derzeit den Start einer Phase II Studie zur Testung eines neuen inhalativen Therapieansatzes zur Behandlung einer der möglichen Folgen einer CoV-2 Infektion bei Patienten mit sehr schweren Krankheitsverlauf – dem akuten Lungenversagen (ARDS) - vor. Die Studie ist multinational, 4 Prüfzentren in Österreich werden an dieser klinischen Prüfung, die noch vor dem Sommer starten soll, teilnehmen.

Boehringer Ingelheim

Boehringer Ingelheim unterstützt in der Bekämpfung von COVID-19 und teilt sein Wissen in einzelnen Fachgebieten durch aktives Engagement in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Ziel des Projekts ist die Entwicklung antiviral neutralisierender monoklonaler Antikörper für die Therapie von COVID-19. Dazu wird die gesamte Moleküldatenbank mit mehr als als einer Million Substanzen gescreent, um mögliche Moleküle zu identifizieren, die das Virus bekämpfen könnten.

Boehringer Ingelheim ist Teil der COVID-19 Therapeutics Accelerator Initiative der Bill & Melinda Gates Foundation zur Beschleunigung der Entwicklung von Therapeutika, Impfstoffen und Diagnostika für COVID-19.

Update 18. August 2020

  • Boehringer Ingelheim gibt dem Start von CARE (Corona Accelerated R&D in Europe) bekannt.
  • In dem Konsortium bündeln 37 Mitglieder (Forschungseinrichtungen und Firmen) aus der EU, China, Großbritannien, der Schweiz und den USA die Such nach einem Medikament gegen COVID-19; es verbindet die von den Partnern seit Febraur 2020 gestarteten Projekte
  • BI leitet nach eigenen Angaben die Arbeiten zur Entwicklung von virusneutralisierenen Antikörpern
  • Weitere leitende Partner im CARE-Konsortium sind: VRI-Inserm (Natio­nales Institut für Gesundheit und medizinische Forschung | Frankreich), Janssen Pharmaceutica NV in Belgien und Takeda Pharmaceuticals International AG in der Schweiz
  • Insgesamt stehen CARE 77,7 Millionen Euro durch finanzielle Beiträge EU sowie Finanz- und Sachbeiträgen von elf Unternehmen der EFPIA und von drei IMI-Associated Partners zur Verfügung.
  • Weitere Informationen: Presseinformation Boehringer Ingelheim

Update Oktober 2020

  • Start einer Phase-2-Studie mit dem Wirkstoff BI 764198

Update 21. Jänner 2021

  • Boehringer Ingelheim gibt bekannt, dass der Antikörper BI 767551 (DZIF-10c) in die klinische Prüfung (Studien der Phase-1 und -2a) gehen kann und bereits ersten Probanden verabreicht wurde.
  • Entwickelt wird der Antikörper gemeinsam mit Wissenschaftern der Uniklinik Köln (UKK), der Philipps-Universität Marburg (UMR) und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF)

Bristol-Myers Squibb

Bristol-Myers Squibb arbeitet mit Forschern, der Biotech-Community und der breiteren Biowissenschaftsbranche zusammen, um gemeinsam Therapien für COVID-19 zu beschleunigen. Zugelassene und in Entwicklung befindliche Wirkstoffe werden auf Verwendung bei COVID-19 geprüft.

BMS ist Teil der COVID-19 Therapeutics Accelerator Initiative der Bill & Melinda Gates Foundation zur Beschleunigung der Entwicklung von Therapeutika, Impfstoffen und Diagnostika für COVID-19.

Update 3. Februar 2021

  • Bristol Myers Squibb gab bekannt, dass es eine Vereinbarung zur Entwicklung einer neuartigen monoklonalen Antikörperkombination mit der Rockefeller University (USA) zur Behandlung von COVID-19 getroffen hat.
  • Die Kombinationstherapie, die zwei monoklonale Antikörper enthält, soll das SARS-CoV-2-Spike-Protein blockieren und das Virus neutralisieren.

CSL Behring

CSL Behring unterstützt die University of Queensland (AUS) bei ihren Bemühungen, einen COVID-19-Impfstoff zu entwickeln, indem das Unternehmen technisches Fachwissen bereitstellt. Im Rahmen dieser Partnerschaft wurde der Universität die firmeneigene Adjuvans-Technologie MF59® für das vorklinische Entwicklungsprogramm eines Coronavirus-Hyperimmun-Serums gespendet.

Darüberhinaus arbeitet CSL Behring zusammen mit Takeda, Biotest AG, Bio Products Laboratory, LFB und Octapharma an der Entwicklung eines markenlosen polyklonalen Anti-SARS-CoV-2 Hyperimmun-Immunglobulin-Medikaments zur Behandlung von COVID-19-Patienten mit schweren Komplikationen.

Eisai

Eisai ist Teil der COVID-19 Therapeutics Accelerator Initiative der Bill & Melinda Gates Foundation zur Beschleunigung der Entwicklung von Therapeutika, Impfstoffen und Diagnostika für COVID-19.

Gilead

Das kalifornische Biopharma-Unternehmen Gilead Sciences prüft derzeit die Sicherheit und Wirksamkeit des Nukleotid-Analogons Remdesivir gegen COVID-19 in sechs klinischen Studien.

Diese Studien werden in verschiedenen Ländern mit hoher COVID-19 Prävalenz durchgeführt, mit dem Ziel, eine möglichst rasche Zulassung zu erwirken, wenn sich ein positives Nutzen-Risiko-Profil belegen lässt. Die ersten Ergebnisse aus einigen dieser Studien werden schon im Laufe des Monats April 2020 erwartet.

Gilead hat zwei dieser sechs Studien mit Remdesivir selbst initiiert. Für vier weitere klinische Studien stellt Gilead Remdesivir und wissenschaftliches Know-How unentgeltlich zur Verfügung. Zwei dieser Studien werden unter der Verantwortung chinesischer Behörden in China durchgeführt, eine globale Studie wurde vom US-amerikanischen „National Institute of Allergy and Infectious Diseases“ (NIAID) initiiert und eine französische Studie verwendet ein von der WHO entwickeltes Master-Protokoll.

Die Rationale für das klinische Studienprogramm von Remdesivir gegen COVID-19 besteht darin, dass das Virus SARS-CoV-2, der Erreger von COVID-19, große Ähnlichkeit zu SARS-CoV und MERS-CoV zeigt, zwei Corona-Virenarten, gegen die sich Remdesivir als Hemmer der RNA-abhängigen RNA-Polymerase sowohl in vitro als auch in Tierversuchen wirksam zeigte.

Update 5. Mai 2020

  • Erteilung der US-Notfallzulassung für Remdesivir durch die FDA am 1. Mai 2020
  • Gesprächen über den Aufbau eines Konsortiums von Produktionspartnern, um die globale Versorgung bis 2022 sicherzustellen angelaufen
  • Ankündigung des Unternehmens die ersten 1,5 Millionen Dosen zu spenen und das Medikament nach seiner Zulassung für so viele Menschen zugänglich und erschwinglich zu machen

Update 25. Juni 2020

  • Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat Remdesivir zur Zulassung empfohlen, vorbehaltlich der Zustimmung durch die EU-Kommission.
  • Die EMA-Empfehlung für das Medikament bezieht sich auf schwere COVID-19-Fälle - für Erwachsene und Jugendlich ab zwölf Jahren, bei denen sich die Erkrankung in einer Lungenentzündung äußert und die mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden müssen.
  • Empfehlung unter Vorbehalt: Die Empfehlung stützt sich auf Studiendaten aus dem April (National Institute of Allergy and Infectious Diseases - USA) und soll einen frühen Zugang zum Medikament schaffen,  obwohl noch nicht so viele Studiendaten vorliegen, wie für eine Genehmigung sonst notwendig wäre.
  • Laut Studie erholten sich die mit Remdesivier behandelten, schwerkranken Patienten nach elf Tagen (Placebo-Patienten nach 15 Tagen). Eine statistisch signifikante, geringere Sterblichkeit ergab sich nicht.

Update 3. Juli 2020

Gilead ist Teil der COVID-19 Therapeutics Accelerator Initiative der Bill & Melinda Gates Foundation zur Beschleunigung der Entwicklung von Therapeutika, Impfstoffen und Diagnostika für COVID-19.

GlaxoSmithKline

GSK entwickelt in Zusammenarbeit mit VIR Biotechnology ein Medikament gegen COVID-19, das zur Behandlung bei leichten Symptomen zum Einsatz kommen kann. Es handelt sich dabei um einen Monoklonalen Antikörper - das sind im Labor entwickelte Proteine, die die Fähigkeit des Immunsystems zur Bekämpfung des Coronavirus nachahmen. Sie heften sich an das Spike-Protein und blockieren so ein Andocken an menschliche Zellen. 

Update 7. Mai 2021

  • Start des Rolling Review Verfahren für VIR-7831; weitere Informationen auf der Website der EMA;

Update 27. Juli 2021

  • Die Europäische Kommission hat einen Rahmenvertrag mit dem Unternehmen für die Beschaffung des monoklonalen Antikörpers VIR-7831 unterzeichnet. Weitere Informationen: Website European Commission

 

Janssen

Janssen untersucht ergänzend zur Impfstoffforschung und der Suche in Bibliotheken mit vorhandenen antiviralen Substanzen, die pathophysiologisch genutzten Pfade der Coronaviren, um hier Ansätze für bekannte Moleküle zu finden.

Lilly

Lilly untersucht im Rahmen der Adaptive COVID-19 Treatment Trial des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID, Teil des National Institutes of Health (NIH)), die Wirksamkeit und Sicherheit von Baricitinib als potenzielle Behandlung für hospitalisierte COVID-19 Patienten. Baricitinib ist ein selektiver, oraler JAK1/JAK2-Inhibitor, der in mehr als 65 Ländern unter dem Markennamen OLUMIANT zur Behandlung moderater bis schwererer rheumatoider Arthritis bei Erwachsenen zugelassen ist. Wissend um die ablaufenden entzündlichen Prozesse bei COVID-19 besteht die Hypothese, dass die anti-inflammatorische Wirkung von Baricitinib möglicherweise einen günstigen therapeutischen Effekt bei COVID-19 Patienten haben könnte. Die Studie startet im April in Zentren in den USA, eine Ausweitung auf Studienzentren in Europa und Asien ist geplant. Ergebnisse werden innerhalb der nächsten zwei Monate erwartet.

Weiters entwickelt Lilly in einer Kooperation mit dem kanadischen Biotechnologieunternehmen AbCellera eine Antikörpertherapie basierend auf neutralisierenden Antikörpern gegen SARS-CoV-2 von einem der ersten genesenen COVID-19 Patienten in den USA, zur Behandlung und Prävention von COVID-19.

Zusätzlich startet Lilly im April eine Phase 2-Studie an mehreren Zentren in den USA mit einem selektiven monoklonalen Antikörper gegen Angiopoietin 2 (Ang2) bei hospitaliserten COVID-19 Patienten mit Lungenentzündung mit erhöhtem Risiko eines Akuten Atemnotsyndroms (ARDS). In dieser Studie wird untersucht ob die Inhibierung des bei ARDS Patienten erhöhten Ang2 zu einer Reduzierung der ARDS Symptomatik oder des Bedarfs einer künstlichen Beatmung führt.

Update 9. November 2020

  • Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat der monoklonalen Antikörper-Therapie von Eli Lilly und Regeneron eine Notfallzulassung für die USA erteilt.

Update 10. Februar 2021

  • Die FDA hat für ein zweites COVID-19 Medikament von Eli Lilly, eine Kombination aus zwei Antikörpern, eine Notfallzulassung für die USA erteilt.
  • Lt. US-Arzneimittelbehörde kann es für die Behandlung von leichtem bis mittelschwerem COVID-19 bei Patienten ab 12 Jahren, bei denen ein hohes Risiko für das Fortschreiten von schwerem Verlauf oder für einen Krankenhausaufenthalt besteht, eingesetzt werden.
  • Das Medikament darf nach Angaben der FDA nicht bei Patienten eingesetzt werden, die schon im Krankenhaus sind oder eine Sauerstofftherapie benötigen.
  • Studiendaten zufolge konnte das Medikament das Risiko einer Krankenhauseinweisung und Todesfälle bei Covid-19-Patienten um 70 Prozent verringern.
  • Lt. Unternehmen stehen 100.000 Dosen sofort bereit und weitere 150.000 für das erste Quartal. In Zusammenarbeit mit dem US-Biotechkonzern Amgen will Eli Lilly bis Mitte des Jahres bis zu eine Milliarde Dosen herstellen.

Marionmed

Marionmed in Wien arbeitet an der Entwicklung einer Inhalationslösung, auf Basis ihres Wirkstoffes Carragelose®, als Therapie für Patienten mit SARS-CoV-2 Infektion. Bereits vorhandene klinisch Daten belegen, dass Carragelose® zuvor bekannte Coronaviren und andere Viren bindet, die Atemwegsinfektionen auslösen.

Update vom 28. April 2020

  • Aktuell wird die Verträglichkeit der Carragelose®-Inhalationslösung an gesunden Personen und in einer Proof of Concept-Studie an Patienten mit einer viralen Lungenentzündung getestet und in-vitro-Tests zur Wirksamkeit von Carragelose® sowie Studien auf Basis bestehender Daten durchgeführt, die die Sicherheit der Therapie belegen.
  • Der FFG fördert bis zu 45 % des geplanten Projektvolumens von über EUR 4 Mio.
  • Projektpartner sind das AKH Wien und die MedUni Wien

Update 18. Februar 2021

  • Marrionmed verweist auf Ergebnisse einer Studie am Institut für Virologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zur in-Vitro-Wirksamkeit von Carragelose die nach einer Peer Review im Fachjournal Plos One veröffentlich wurden.
  • Dabei zeige sich, dass Carragelose SARS-CoV-2 in vitro inaktivieren kann und das Virus davon abhält, weitere Zellen zu infizieren. Vergleichbare in vitro Ergebnisse für andere Viren wie Influenza A und ältere Coronaviren hätten in klinischen Studien bestätigt werden können. Die Anwendung von Carragelose habe die Dauer und Schwere der Symptome verringert.
  • Diese Ergebnisse sollen für SARS-CoV-2 mit aktuell in Wien und Großbritannien laufenden klinischen Studein bei Pflegepersonal bestätigt werden. Diese Daten werden noch in der ersten Jahreshälfte 2021 erwartet.

 

MEDICE

Medice ist in der Entwicklung eines SARS-CoV-2 Schnelltests.

Merck

Merck arbeitet mit der Belinda & Bill Gates Foundation zusammen, um COVID-19 zu bekämpfen. Am 26. März hat ein Konsortium von Pharma- und Life-Sciences-Unternehmen angekündigt, zusammen mit der Bill & Melinda Gates Foundation daran zu arbeiten, die Entwicklung, Herstellung und Bereitstellung von Impfstoffen, Diagnostika und Behandlungsoptionen für COVID-19 voranzutreiben. Alle Partner bringen eine Reihe von Gütern, Ressourcen und Know-how ein, die erforderlich sind, um effektive und skalierbare Lösungen für die Pandemie zu identifizieren, von der Milliarden weltweit betroffen sind.

Wegen der durch die Coronakrise ausgelösten Knappheit an Desinfektionsmitteln hat das Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck in Darmstadt und Wiesbaden eigene Kapazitäten zur Produktion aufgebaut. Im ersten Schritt werden Merck Performance Materials den Krankenhäusern der Stadt Wiesbaden 150.000 Liter Desinfektionsmittel kostenlos zur Verfügung stellen.

Merck spendet der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 290.000 Dosen seines Interferon beta-1a-Medikaments zur Verwendung in ihrer globalen SOLIDARITY-Studie. Diese untersucht mehrere potenzielle Therapeutika für die Behandlung von COVID-19 und hat derzeit Interessensbekundungen aus über 70 Ländern erhalten. Auch für die internationale DISCOVERY-Studie des französischen Institut INSERM stellt Merck sein Interferon beta-1a-Medikament zur Verfügung.

MSD

Das Unternehmen erforscht antivirale Wirkstoffkandidaten auf ihre Einsatzmöglichkeiten bei COVID-19. Dazu beschäftigt MSD eigene Wissenschaftlerteams und arbeitet auch mit einer Reihe von Forschungsorganisationen zusammen, um gemeinsam die Entwicklung von Arzneimitteln und Impfstoffen für COVID-19 zu beschleunigen.

Weiters beteiligt sich MSD an der von NIH (National Institute of Health) geleiteten ACTIV (Accelerating COVID-19 Therapeutic Interventions and Vaccines). Dabei handelt es sich um eine Partnerschaft, die darauf abzielt, einen kollaborativen Rahmen für die Priorisierung von Impfstoff- und Arzneimittelkandidaten zu entwickeln, sowie die Straffung klinischer Studien und regulatorischer Prozesse, um schnell auf COVID-19 und zukünftige Pandemien zu reagieren.

Weiters treibt MSD in einer Partnerschaft mit der Bill & Melinda Gates Foundation sowie einem Konsortium von Unternehmen der Biowissenschaften die Entwicklung, Herstellung und Bereitstellung von Impfstoffen und Diagnostika voran.

Update September 2020

  • MK-7110, ein künstliches Protein das die Immunantwort des Körpers auf COVID-19 modulieren soll, wird in einer Phase 3 Studie erprobt. Laut Unternehmen werden die vollständigen Ergebnisse im ersten Quartal 2021 erwartet.
  • Mulnupiravir (MK-4482) ist ein weiterer Wirkstoffkandidat von MSD, der zunächst für eine Grippetherapie entwickelt aber nicht zugelassen wurde. Nun wird es in Phase 2/3 Studien mit ambulant und stationär behandelten COVID-19 Patienten erprobt.

 

Novartis

Novartis ist u.a. Teil des COVID-19-„Therapeutics Accelerator“, der von der Gates Foundation ins Leben gerufen wurde. Dort sollen firmeneigene Bibliotheken von Molekülverbindungen, die bereits über ein gewisses Maß an Sicherheits- und Aktivitätsdaten, getestet werden. Erfolgreiche Treffer sollen dann binnen zwei Monaten in In-vivo-Versuche einfließen. Zu der Gruppe gehören außer Novartis unter anderem Boehringer Ingelheim, BioMerieux, Eisai, Eli Lilly, Gilead, GlaxoSmithKline, Johnson&Johnson, Merck, Merck KGaA, Pfizer und Sanofi.

Auch Malariamedikamente mit dem ähnlichen Wirkstoff Hydroxychloroquin werden derzeit in Studien geprüft. Darüber hinaus hat Novartis zugesagt, im Fall positiver Bescheide der Arzneimittelbehörden nach Prüfungen mit dem Wirkstoff Hydroxychloroquin, Ende Mai bis zu 130 Millionen Dosiseinheiten davon für die Behandlung von Menschen weltweit zur Verfügung zu stellen.

Update 22. Juni

  • Novartis stoppt eine klinische Phase-3-Studie mit Hydroxychloroquin. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte die Studie genehmigt, zog diese Sondergenehmigung für den Einsatz des Mittels bei COVID-19 jedoch Mitte Juni zurück.
  • Auch die WHO stellte klinische Studien zum Einsatz von Hydroxychloroquin bei schwerem COVID-19 ein: bisherige Studien hätten kein Absenken der Sterblichkeitsrate bei COVID-19-Patienten gezeigt.

Wie auch viele andere Unternehmen untersucht Novartis, welche Produkte und Substanzen aus der eigenen Substanzbibliothek für Wirkstoffentwicklung sich auch für eine Behandlung von COVID-19 Patienten eignen könnten.

 

Octapharma

Octapharma setzt seine Expertise und sein Fachwissen ein, um im Rahmen unseres kontinuierlichen Engagements für unsere Patienten auch neue Therapien für COVID-19 zu finden.

Octapharma ist einer Allianz aus weltweit führenden Firmen, die in der Entwicklung und Herstellung von Präparaten aus menschlichem Plasma spezialisiert sind, beigetreten. Ziel dieser Allianz ist es, in der kürzest möglichen Zeit ein polyklonales anti-SARS-CoV-2 Hyperimmunoglobulin zur Behandlung von COVID-19 infizierten Patienten zu produzieren.

Pfizer

Pfizer erprobt, neben seiner Entwicklung eines Impstoffkandidaten gemeinsam mit BioNTech, derzeit im Labor weitere antivirale Wirkstoffe, die das Unternehmen schon zuvor zur Behandlung anderer Viruskrankheiten entwickelt hat. Sollten sich ein oder mehrere davon in Labortests bewähren, würde Pfizer sie den einschlägigen toxikologischen Tests unterziehen und Ende 2020 mit der Erprobung mit Menschen beginnen.

Pfizer ist Teil der COVID-19 Therapeutics Accelerator Initiative der Bill & Melinda Gates Foundation zur Beschleunigung der Entwicklung von Therapeutika, Impfstoffen und Diagnostika für COVID-19.

Weitere Information zu den Aktivitäten von Pfizer: www.pfizer.at/covid-19

PharmaMar

PharmaMar hat eine klinische Studie zur Behandlung von COVID-19 mit einem bereits zur Therapie des Multiplen Myeloms zugelassenen antiviralen Medikament eingereicht.

Roche

Roche bündelt seine Expertise in den Bereichen Medizinforschung, Diagnostik und Daten und arbeitet zusammen mit Partnern auf der ganzen Welt unter Hochdruck an entsprechenden Lösungen, um einen Beitrag im Kampf gegen COVID-19 zu leisten.

Einen Überblick zu den entwickelten Tests und Therapien gibt Roche auch auf der Unternehmenswebsite.

Update 5. Mai 2020

  • Für die USA hat Roche eine Notfall-Zulassung für den SARS-CoV-2 Antikörpertest durch die FDA erhalten
  • Das Unternehmen hat die weltweite Auslieferung der Tests bekanntgegeben

Update 1. Februar 2021

  • Die EMA startet das Rolling Review Verfahren für das gemeinsam mit Regeneron entwickelte Medikament REGN-COV2 - eine Kombination zweier monoklonaler Antikörper. Die fortlaufende Prüfung wird fortgesetzt, bis genügend Beweise vorliegen, um einen formellen Zulassungsantrag zu unterstützen.
  • Die Entscheidung das Rolling Review Verfahren zu starten, basiert auf vorläufigen Ergebnissen einer Studie, die auf eine positive Wirkung des Arzneimittels bei der Reduzierung der Virusmenge in Nase und Rachen von nicht hospitalisierten Patienten mit COVID-19 hinweisen.

Update 10. März 2021

  • Seit Oktober 2020 entwickeln Roche und Atea Pharmaceuticals gemeinsam die Substanz AT-527.
  • AT-527 ist ein RNA-Polymerase-Hemmer, der bei oraler Abgabe direkt antiviral wirken soll.
  • Für eine Phase-III-Studie startet aktuell die Rekrutierung. Dabei soll AT-527 sowohl innerhalb als auch außerhalb des Krankenhausbetriebs eingesetzt werden. Aktuell wird das Mittel bei Patienten getestet, die mit leichter oder mittelschwerer COVID-19 ambulant behandelt werden. 
  • Bei AT-527 handelt es sich um eine chemische Substanz, die einfach in großen Mengen hergestellt werden könnte.

Sanofi

Sanofi untersucht, neben seinen Aktivitäten für einen Impfstoff-Kandidaten, derzeit zwei seiner Produkte für die Behandlung von COVID-19 - Hydroxychloroquin und Sarilumab -, mit den zuständigen Aufsichtsbehörden.

Jede Verwendung dieser Arzneimittel zur Behandlung des Corona-Virus oder seiner Symptome wird derzeit als off-label-Verwendung betrachtet (d. h. in Ermangelung einer Genehmigung für die Indikation von COVID-19-induzierten Krankheiten).

Update 29. Mai 2020

  • Das Unternehmen setzt die Rekrutierung neuer Patienten für klinischen Studien zur Untersuchung des Anti-Malaria-Medikaments Hydroxychloroquin als mögliche Behandlung des Coronavirus aus.

  • Das Unternehmen stoppt auch die Lieferung des Medikaments für den Off-Label-Einsatz zur Behandlung von COVID-19.

Sanofi ist Teil der COVID-19 Therapeutics Accelerator Initiative der Bill & Melinda Gates Foundation zur Beschleunigung der Entwicklung von Therapeutika, Impfstoffen und Diagnostika für COVID-19.

Takeda

Takeda initiierte die Entwicklung einer plasmabasierten Therapie für COVID-19. Ausgangsmaterial sind Hyperimmunglobulin-Präparate mit konzentriertem Inhalt von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 aus Plasma von Patienten, welche die COVID-19-Erkrankung überstanden haben.

Das Prinzip ist uralt (früher „Passivimpfung“): Der Mensch übersteht eine Infektionskrankheit vor allem dadurch, dass bald nach Ansteckung mit einem Keim, ob Viren oder Bakterien, eine Immunantwort in Gang kommt. Sie wird durch Antikörper vermittelt, anfänglich durch Immunglobulin M. Etwas später - nach etwa einer Woche - setzt die Produktion von spezifischen Immungloblulin G-Antikörpern durch B-Zellen ein (IgG). Dadurch wird die Infektion besiegt. Wieder Genesene ("Konvaleszente") tragen dann diese Antikörper im Blutplasma, diese schützen mehr oder weniger anhaltend vor weiteren Infektionen.

In der Praxis würden COVID-19 Patienten, welche die Infektion vollständig überstanden haben und gesundet sind, gebeten, Plasma zu spenden. Aus diesem Plasma werden durch Fraktionierung die Antikörper konzentriert und haltbar gemacht. Kranke Patienten sollen schließlich die Antikörper aus dem Plasma der wieder Gesunden in konzentrierter Form erhalten.

Update März 2020

  • Die erste COVID-19 Plasmaspende für die Entwicklung der Therapie kam aus einem BioLife Plasmazentrum (Takeda) in Österreich.

Update April 2020

  • Die CoVIg-19 Plasma Allianz, eine Zusammenarbeit führender Plasmaunternehmen, unterstützt durch globale Unternehmen außerhalb der Plasmabranche, schließt sich zusammen und bündelt alle Kräfte, um gemeinsam ein Hyperimmunglobulin-Präparat zu entwickeln das weltweit und markenlos zur Verfügung gestellt werden soll.

Update Juni 2020

  • Start zur Herstellung von klinischem Material auf Basis einer bewährten Plattform am Produktionsstandort von Takeda in Wien. Die ersten Medikamente für die Klinische Studie werden hergestellt.

Update Oktober 2020

  • Start der Phase-3 Studie: In dieser weltweiten, über mehrere Zentren verteilten Studie werden, unter Zuhilfenahme des globalen INSIGHT-Netzwerks des amerikanischen NIH, erwachsene Patienten an bis zu 58 Standorten in 18 Ländern auf der ganzen Welt registriert, die mit COVID-19 stationär aufgenommen wurden und nicht unter lebensbedrohlichen Organdysfunktionen oder Organversagen zu leiden.

UCB

UCB arbeitet mit dem in den USA ansässigen Seattle Structural Genomics Center for Infectious Disease zusammen, um Kristallstrukturen von SARS-CoV-2-Proteinen zu identifizieren.

In Großritannien arbeitet UCB mit dem Unternehmen Diamond Light Source und der Universität Oxford zusammen, um Inhibitoren der SARS-CoV-2-Hauptprotease für die Behandlung von COVID-19-Patienten zu entwickeln.

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es werden jedoch Updates durchgeführt.

Was tut sich in Österreich?

Auch in Österreich beteiligen sich Unternehmen und Forschungseinrichtungen an diesen Bemühungen. Eine Auflistung der Unternehmen und Projekte finden Sie auf LISAvienna - hier eine kurze Zusammenfassung:

Apeiron Biologics - APN01: siehe oben;


Apeptico - Solnatide: synthetisch hergestelltes Peptid | wird für die Behandlung des akuten Lungenversagens entwickelt

  • 7. April 2020: Solnatide durch BASG im Rahmen des Compassionate Use Programmes zur Behandlung von infizierten PatientInnen zugelassen

MChE / F4 Pharma: FX06 ist ein Arzneimittelkandidat, der die Integrität des Endothels erhalten und damit den Austritt von Flüssigkeit vom Blut ins umliegende Gewebe verhindern soll. Zusätzlich weist FX06 anti-inflammatorische Eigenschaften auf. Aus diesem Grund hat die Substanz das Potential, ein neues Arzneimittel für die Behandlung schwerer COVID-19 Fälle zu werden. SIRS und F4-Pharma – die gemeinsamen Eigentümer aller Rechte an FX06 – starteten kürzlich die letzten Schritte zur GMP Produktion und bereiten eine multizentrische klinische Studie in Wien, Frankfurt und Würzburg vor. Weitere klinischen Zentren werden eventuell noch aufgenommen.

  • 20. November 2020: Start einer Placebo-kontrollierten Studie in Frankreich. An einer weiteren geplanten Studie an den Universitätskliniken in Wien, Frankfurt und Würzburg gearbeitet.

Innophore: Initiator des "Fastcure Consortiums" | durchsucht mit bioinformatischen Methoden bereits am Markt verfügbare Medikamente nach strukturell passenden Substanzen


Panoptes - PP-001: antiviraler, entzündungshemmender Wirkstoff | dämpft überschießende Immunantwort (Zytokinsturm) | wird gegen schwere, entzündliche Augenerkrankungen entwickelt


Takeda - TAK-888: in Vorbereitung | plasmabasierte Antikörper-Therapie zur Behandlung infizierter Personen (s. oben "Takeda")


Viravaxx und MedUni Wien: gemeinsames Projekt integrierte Plattform für Immundiagnostik und Vakzinierung bei COVID-19 | Seren von Patienten, die eine COVID-19 Erkrankung überstanden haben, werden in einer klinischen Studie untersucht; vorläufig die Ethikkommission genehmigt | Basis für Design von Vakzin-Kandidaten

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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