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Impfstoffproduktion: Ein Akt der Zusammenarbeit

Impfstoffproduktion: Ein Akt der Zusammenarbeit

Laufend erreichen uns positive Nachrichten rund um die bevorstehende Zulassung von Impfstoffkandidaten gegen das derzeit grassierende Coronavirus. Eine Impfstoff-Entwicklung in so kurzer Zeit, wir sprechen hier von nicht ganz einem Jahr, das ist wirklich eine enorme Leistung. Die nächste Aufgabe lautet: in kürzester Zeit enorme Impfstoffmengen herzustellen. Das oberste Gebot dabei: hohe Qualität bei hoher Sicherheit.

Wenn wir heute lesen, dass in Großbritannien ein erster Impfstoff zugelassen wurde und dieser bereits ab nächster Woche verabreicht werden kann, bedeutet das vor allem eines: Die Produktion der Impfstoffe läuft auf Hochtouren – und das bereits seit Wochen und Monaten. Die EU-Kommission hat mit mehreren Herstellern Vorverträge über 1,4 Milliarden Impfstoff-Dosen abgeschlossen. Das sind sogar aufgeteilt auf bisher sechs Unternehmen immer noch unglaubliche Mengen. Zumal darüber hinaus ja nicht nur Europa zu versorgen ist!

Bei aller Euphorie müssen wir realistisch bleiben. Damit so viele Menschen mit Impfstoffen versorgt werden können, bedeutet das nach der Entwicklung der Vakzine eine neuerliche Mammutaufgabe. Und dabei muss alles reibungslos funktionieren und international zusammengearbeitet werden. Impfstoffe sind hoch komplex in der Herstellung und werden bis zu 450-mal auf ihre Qualität geprüft – das beginnt bei den einzelnen Komponenten bis hin zum Injektionsmaterial und betrifft auch die Produktionsstätten sowie die fertigen Impfstoff-Chargen vor der Auslieferung.

Außerdem darf man nicht vergessen, dass es Impfstoffhersteller nicht wie Sand am Meer gibt. Das heißt: Die Produktionslinien sind limitiert. Natürlich haben die Unternehmen, wie man am Beispiel Großbritannien sieht, vorgesorgt. Sie haben ihre Produktionskapazitäten ausgebaut, neue Technologien implementiert und weltweit Produktions-Kooperationen abgeschlossen. Wenn nun wie angekündigt bis Ende Dezember und Anfang Jänner auch Zulassungen für die EU folgen, können die Impfstoffe auch zur Auslieferung gelangen. Es muss uns nur bewusst sein, dass es einige Zeit dauern wird, bis tatsächlich der globale Bedarf gedeckt werden kann.

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Mag. Alexander Herzog
    Mag. Alexander Herzog
    Secretary General

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