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Faire COVID-19-Impfstoffverteilung hängt nicht vom Patentschutz ab

COVID-19-Impfstoffe sind bereits in enormen Mengen verfügbar. Deren faire globale Verteilung lässt sich nicht mit einer Aufhebung des Patentschutzes erreichen.

Wien, 8. November 2021 – Der Forderung zur Aufhebung des Patentschutzes von COVID-19-Impfstoffen, wie zuletzt heute Vormittag in einer Pressekonferenz propagiert, erteilen die beiden Pharma-Verbände PHARMIG und ÖVIH eine klare Absage. Dazu Mag. Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG: „Die Produktion von COVID-19-Impfstoffen wird laut Prognosen bis Ende 2021 mindestens 11 Milliarden Dosen erreicht haben. Es geht also nicht darum, die Produktion jetzt sofort noch breiter aufzustellen, sondern das, was ohnehin schon produziert wird, gerecht zu verteilen. Dazu brauchen wir nicht die Aufhebung des Patenschutzes, sondern einen umfassenden, politischen Willen.“

Im Bestreben um eine weltweit gerechtere Verteilung der Impfstoffe sieht auch Mag. Renée Gallo-Daniel, Präsidentin des Verbandes der Österreichischen Impfstoffhersteller ÖVIH, die Aufhebung des Patentschutzes als unnötig an: „Das Aussetzen des Schutzes des geistigen Eigentums würde weder dazu beitragen, Produktionskapazitäten jetzt sofort zu erhöhen, noch den Zugang zu Impfstoffen global sicherzustellen. Denn die Blaupause für den Impfstoff zu haben reicht bei weitem nicht aus, um einen solchen auch herstellen zu können.“

COVID-19-Impfstoffe wurden nicht nur in kürzester Zeit entwickelt, sondern werden mittlerweile in enormen Mengen produziert – bis 2022 geschätzte 24 Milliarden Dosen. Möglich gemacht wird dies im Fall der COVID-19-Vakzine über rund 275 Herstellungs- und Produktionsabkommen, von denen der überwiegende Teil einen Lizenz- beziehungsweise nachhaltigen Technologietransfer beinhaltet. Dazu Gallo-Daniel: „Die Produktion ist ein komplexer Prozess, zu dem wesentlich mehr gehört als das Patent auf den jeweiligen Impfstoff. Erforderlich sind enormes Fachwissen in der Herstellung, modernste Technologien, hochqualifiziertes Personal und ein verlässliches, globales Netzwerk an Lieferanten und Rohstoffen.

Die Rohstoffe, die für die Vakzine benötigt werden, sind zudem nicht in unendlicher Menge vorhanden. „Auch das muss man bedenken, wenn man über Produktionskapazitäten und deren weltweite Ausweitung diskutiert“, so Gallo-Daniel.

Was nötig wäre, um endlich zu einer global gerechten Verteilung von Impfstoffen zu kommen, skizziert PHARMIG-Generalsekretär Herzog wie folgt: „Länder, die ausreichend Impfstoff-Dosen zur Verfügung haben, sollten diese mit Ländern teilen, die zu wenig davon haben. Es gibt Initiativen wie COVAX, die sich zum Ziel gesetzt haben, Impfstoffdosen in großen Mengen auch in ärmeren Ländern der Welt verfügbar zu machen. Leider aber verläuft die Zusammenarbeit auf politischer Ebene hier nicht in dem Ausmaß, dass diese Initiativen ihr Ziel schnell erreichen können. Das kann man aber nicht den Impfstoff-Herstellern vorwerfen. Diese setzen vielmehr eigene Initiativen, um ihren Beitrag zu einer gerechteren Verteilung zu leisten. Ebenso arbeiten sie an einem kontinuierlichen Ausbau der Produktionskapazitäten.“

Um die Pandemie zu beenden, ist der weltweite Zugang zu COVID-19-Impfstoffen eine Voraussetzung. Was dabei aber nicht hilft, sind überbordende Emotionalität oder Symbolpolitik in Form von Eingriffen in den Patentschutz. Dazu Herzog: „Konzentrieren wir uns stattdessen auf das Vorhandene: sichere Impfstoffe, ein bereits enorm hohes Produktionsvolumen von Seiten der Hersteller und das Wissen, dass noch weitere Impfstoffe mit Hochdruck erforscht und entwickelt werden.“ Gallo-Daniel ergänzt: „Der Schutz geistigen Eigentums war ein wesentlicher Faktor, dass Unternehmen auf vorhandenem Wissen aufbauen und innerhalb kürzester Zeit die ersten COVID-19-Impfstoffe auf den Markt bringen konnten. Abgesehen davon, dass eine Aufhebung des Patentschutzes an der jetzigen Krise ad hoc nichts ändern würde, würde damit ein fatales Zeichen für jedwedes zukünftige Engagement in der Forschung gesetzt werden.“

Über die PHARMIG: Die PHARMIG ist die freiwillige Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit hat der Verband ca. 120 Mitglieder (Stand November 2021), die den Medikamenten-Markt zu gut 95 Prozent abdecken. Die PHARMIG und ihre Mitgliedsfirmen stehen für eine bestmögliche Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln im Gesundheitswesen und sichern durch Qualität und Innovation den gesellschaftlichen und medizinischen Fortschritt.

Über den ÖVIH: Der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) ist eine Plattform der in Österreich tätigen Unternehmen, die Impfstoffe für alle Altersgruppen herstellen und vertreiben.
Der ÖVIH orientiert sich an den Zielen und der Mission des europäischen Dachverbandes VACCINES EUROPE (eine Working Group der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations / EFPIA).
www.oevih.at

Rückfragehinweis
PHARMIG – Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs
Head of Communication & PR
Peter Richter, BA MA MBA
+43 664 8860 5264
peter.richter@pharmig.at
www.pharmig.at

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