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10 Fakten über Plasmaproteine

10 Fakten über Plasmaproteine

Dasa Wort Plasma kommt vom altgriechischen Wort πλάσμα oder plásma und bedeutet so viel wie Gebilde. Doch was ist Plasma eigentlich? Wofür wird es gebraucht? Und lässt es sich auch künstlich herstellen?

Hier sind 10 Fakten über Plasmaproteine:

1. Was Plasma ist:

Plasma ist der klare, gelbliche, flüssige Anteil des Bluts. Dieser besteht vor allem aus Wasser, Salzen und Proteinen. 50 Prozent des gesamten Blutvolumens bestehen aus Plasma. Aufgrund seiner einzigartigen biologischen Zusammensetzung kann es nicht künstlich hergestellt werden. Plasma kann aus Vollblutspenden, oder über einen automatisierten Prozess, der maschinellen Plasmapherese, gewonnen werden.

2. Warum Plasma dringend benötigt wird:

Es gibt eine Reihe von seltenen Erkrankungen, bei denen bestimmte im Plasma vorkommende Proteine vom Körper nicht oder nur unzureichend produziert werden. Solche Mängel führen in der Regel zu schweren chronischen Krankheiten, die oft lebensbedrohend sind, wenn sie nicht behandelt werden. Darüber hinaus gehören Medikamente auf Blutplasma-Basis zur State-of-the-Art-Behandlung in Krankenanstalten.

3. Was im Plasma enthalten ist:

Faktor VIII, Faktor IX, Von-Willebrand Faktor, Immunglobuline, Alpha-1-Antitrypsin und Albumin sind einige der Proteine, die im Plasma enthalten sind und die für den Körper, das korrekte Arbeiten des Immunsystems und das Gerinnen des Blutes unerlässlich sind.

4. Wie viel Plasma jährlich aufgebracht wird:

Jedes Jahr werden in Europa 2,2 Millionen Liter Plasma aus der maschinellen Plasmapherese gesammelt, davon mehr als eine halbe Million Liter in Österreich. Die 84 Plasmapheresezentren in Europa befinden sich in Deutschland, Österreich, der Tschechischen Republik und Ungarn.

5. Wie hoch der Plasmabedarf im Behandlungsalltag ist:

Um die Behandlung einer/s PatientIn für ein Jahr zu gewährleisten, bedarf es*

  • bei einem primären Immundefekt über 130 Plasmaspenden
  • bei Alpha-1-Antitrypsinmangel über 943 Plasmaspenden
  • bei Hämophilie A über 1.237 Plasmaspenden

*für die Behandlung eines Erwachsenen mit durchschnittlich 75kg

6. Wo Arzneimittel aus Plasmaproteinen zum Einsatz kommen:

  • Albumin: Schwere Verletzungen, Verbrennungen, Herz-Lungen-Probleme, schwere Operationen
  • Intravenöses Immunglobulin: Angeborene Defekte des Immunsystems, Autoimmunstörungen (z.B. autoimmunbedingter Mangel an Thrombozyten), chronisch entzündliche Erkrankungen des Nervensystems
  • Subcutanes Immunglobulin: Angeborener oder erworbener Mangel an Antikörpern
  • Alpha-1-Antitrypsin: Lungenschaden (Emphysem) hervorgerufen durch erblichen Mangel an diesem Protein
  • Fibrinkleber: Blutstillung und Wundverschluss bei Operationen und schweren Verletzungen
  • Gerinnungsfaktoren (z.B.: Faktor II, VII, VIII, IX oder XIII), Hämophilie A & B, Von Willebrand-Jürgens-Syndrom, Blutgerinnungsstörungen, Mangel an Blutgerinnungsfaktoren
  • Nicht in seine Komponenten aufgetrenntes und virusinaktiviertes Plasma kann zur Behandlung von Leberinsuffizienz, bestimmten Blutgerinnungsstörungen oder als
  • Ersatz von nicht konzentriert erhältlichen Gerinnungsfaktoren (Faktor V oder XI) zum Einsatz kommen.

7. Wie lange die Herstellung von Plasmaprodukten braucht:

Im Durchschnitt dauert die Herstellung von Plasmaproteinpräparaten zwischen sieben und zwölf Monaten. Der Herstellungsprozess beinhaltet Abreicherungsverfahren, die eventuelle Verunreinigungen sowie Krankheitserreger (z.B. Viren, Bakterien) entfernen, damit die Präparate höchsten Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen entsprechen. Das wertvolle Ausgangsmaterial menschliches Blutplasma und der komplexe Herstellungsprozess bewirken signifikant höhere Produktkosten als jene von chemisch hergestellten Arzneimitteln.

8. Was für Plasmaspenden gilt:

Die Gesundheit der Spendenden sowie die Qualität des gewonnenen Plasmas stehen an erster Stelle. Wer Plasma spendet, muss strenge Anforderungen erfüllen und sich regelmäßigen medizinischen Untersuchungen und Tests auf Virusmarker unterziehen. Darüber hinaus hat sich die Industrie zur freiwilligen Einhaltung höchstmöglicher Qualitätsstandards verpflichtet, die über die strengen Regeln der Aufsichtsbehörden hinausgehen, wie zum Beispiel den „Qualifizierten Spender Standard“ und den „Virus Marker Standard“.

9. Wo die Plasmaspende rechtlich verankwert ist:

Die EU-Richtlinie 2002/98/EG legt die europaweiten Standards für die Gewinnung von menschlichem Plasma zur Fraktionierung fest. Ihre Bestimmungen wurden in Österreich im Blutsicherheitsgesetz umgesetzt. Für die folgende Verarbeitung zu Arzneimitteln gilt das Arzneimittelgesetz. Die Medizinmarktaufsicht der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) ist die nationale Überwachungsbehörde für Plasmaspendeeinrichtungen und die plasmaverarbeitende Pharmaindustrie.

10. Rahmenbedingungen für Plasmaprodukte

Im Standing Committee Plasmaproteine der PHARMIG sind alle pharmazeutischen Unternehmen mit Plasmaprodukten vertreten und gestalten als fachliches Gremium die Rahmenbedingungen in Österreich sowie auf EU-Ebene mit.

Die IG Plasma vertritt die Interessen der Plasmapheresezentren in Österreich. IG Plasma und PHARMIG entsenden Vertreter:innen in die Blutkommission des Gesundheitsministeriums. Deren Ziel ist es, den nachhaltigen Zugang zu Medikamenten aus Blutplasma zu sichern und wirksame Plasmaproteintherapien für Patientinnen und Patienten zu ermöglichen.

Die Plasma Protein Therapeutics Association (PPTA) vertritt Plasmapheresezentren und Hersteller von Plasmaprodukten auf internationaler Ebene.

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