• Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs
  • 120 Mitgliedsunternehmen für die Arzneimittelversorgung - freiwillige, unabhängige Interssenvertretung
  • Solidarischer Partner im Gesundheitssystem

Update klinische Studien zu SARS-CoV-2

Allein 14 pharmazeutische Unternehmen haben weltweit Medikamente gegen COVID-19 in einer frühen Forschungsphase laufen, weitere acht sind bereits in jene Phasen vorgedrungen, in denen Medikamente an Studienteilnehmenden geprüft werden (vier in der frühen Phase I, drei in Phase II und eines in Phase III). Die WHO hat mittlerweile grünes Licht für etwa 30 bereits existierende anti-virale oder auch gegen Parasiten wirksame Medikamente gegeben, um diese auf ihre Wirkung beim neuen Typ des Coronavirus hin zu untersuchen.

Impfstoffe

In China starten erste klinische Prüfungen für einen Impfstoff gegen das Coronavirus. 108 Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 60 Jahren werden in drei Gruppen getestet. Ihnen werden verschiedene Dosierungen des Impfstoffes verabreicht.

Die USA testet seit einer Woche einen möglichen Impfstoff gegen das Virus SARS-CoV-2.

Das deutsche Unternehmen CureVac forscht unterdessen ebenfalls weiter und möchte, vorbehaltlich der Freigabe durch die Behörden, noch dieses Jahr eine Studie starten. Die für eine Freigabe zu klinischen Prüfungen benötigten Daten sollen im dritten Quartal vorliegen.

Studien für Medikamente gegen das Coronavirus

Die staatliche französische Forschungseinrichtung Inserm teilte zuletzt mit, dass klinische Studien in Europa nun mit der Prüfung von vier experimentellen Methoden zur Behandlung von Covid-19 beginnen. Bei den Tests an rund 3.200 Versuchspersonen kommen laut Inserm die Mittel Remdesivir, Lopinavir sowie Ritonavir mit oder ohne die Wirkstoffe Interferon Beta und Hydroxychloroquin zum Einsatz.

Getestet werden soll demnach an Patienten in Frankreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind und deswegen in einem Krankenhaus behandelt werden.

In Asien befindet sich Remdesivir bereits in der Endphase (Phase 3) klinischer Studien, um die Sicherheit und Wirksamkeit bei Coronavirus-Erkrankten zu untersuchen. Erste Ergebnisse werden im April erwartet.

Repurposing – Neue Indikation für bekannten Wirkstoff

Die Entwicklung eines Arzneimittels nimmt unter normalen Bedingungen rund 13 Jahre in Anspruch. Beim Coronavirus greift die Forschung unter anderem auch auf Wirkstoffe von bereits zugelassenen oder sich in der Erprobung befindlichen Medikamenten zurück. Auch unterbrochene Forschungsprojekte werden wiederaufgenommen und auf COVID-19 hin angewendet. Zumeist liegen in diesen Fällen bereits Daten aus präklinischen Tests oder früheren klinischen Studien vor.

Arzneimittel, die eine Zulassung in einer anderen Indikation haben oder dort immerhin schon in der klinischen Erprobung sind bzw. einmal waren, könnten einen schnelleren Weg zu einem Medikament bieten. Zumindest die präklinische Forschung wurde bereits absolviert und Neben- oder Wechselwirkungen sind teilweise schon bekannt. Nach wie vor sind aber klinische Studien zum Nachweis der Sicherheit und der Wirksamkeit in der neuen Indikation unabdinglich.

Share