Internationale Polizeikooperation deckt abermals weltweiten Handel mit gefälschten und illegalen Medikamenten auf.
Wien, 7. Mai 2026 – Eine im März dieses Jahres durchgeführte internationale Schwerpunktaktion unter der Leitung von Interpol macht einmal mehr das Ausmaß des weltweiten Handels mit gefälschten und illegalen Arzneimitteln deutlich. Im Rahmen der Operation Pangea XVIII wurden in rund 90 Ländern, darunter auch Österreich, mehr als 6,4 Millionen Dosen nicht zugelassener oder gefälschter Medikamente im Wert von rund 15,5 Millionen US‑Dollar sichergestellt.
„Die Erfolgsbilanz dieser internationalen Operation zeigt leider im negativen Sinne eindrucksvoll, wie organisiert und grenzüberschreitend kriminelle Netzwerke bei Arzneimittelfälschungen agieren. Und wieder ist es insbesondere der Onlinehandel, der ein zentrales Einfallstor darstellt, das gezielt von diesen Banden genutzt wird. Die sichergestellten Präparate bergen hohes Gefahrenpotenzial, da sie häufig falsche oder minderwertige Wirkstoffe enthalten, falsch dosiert oder verunreinigt sind“, warnt Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG.
Bei den sichergestellten Präparaten handelte es sich insbesondere um vermeintliche Potenzmittel, Beruhigungs- und Schmerzmittel, Antibiotika sowie Lifestyle- und Abnehmprodukte, die häufig über Onlineplattformen und soziale Medien vertrieben werden.
Dazu Herzog: „Wer Medikamente über dubiose Internetseiten oder soziale Netzwerke bezieht, setzt sich ernsthaften Risiken aus. Was wie ein günstiges Angebot erscheint, kann im Extremfall das Leben kosten. Sicherheit besteht ausschließlich entlang der legalen Lieferkette, also über streng kontrollierte Vertriebswege, zu denen zertifizierte Online- und niedergelassene Apotheken zählen.“
Was speziell Österreich betrifft, so wurden laut aktuellem Produktpirateriebericht des Bundesministeriums für Finanzen (2025) zuletzt über 398.000 gefälschte oder illegale Medikamente beschlagnahmt. Diese Zahl verdeutlicht, dass Arzneimittelfälschungen kein fernes Problem sind, sondern auch den heimischen Markt betreffen und eine konkrete Gefahr für Patient:innen darstellen.
„Die aktuellen Zahlen aus Österreich und die internationalen Ermittlungserfolge zeigen klar, dass der Kampf gegen den illegalen Arzneimittelhandel konsequent fortgesetzt werden muss. Notwendig sind weiterhin Aufklärung, Kontrollen und ein klares Bewusstsein in der Bevölkerung, dass Sicherheit bei Medikamenten oberste Priorität hat“, so Herzog.
Rückfragehinweis
PHARMIG – Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs
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