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EU will Arzneimittelproduktion in Europa stärken

  • NEWS
  • 12.05.2026

Die pharmazeutische Industrie sieht im Critical Medicines Act Chancen, verweist aber auf den anhaltend hohen Preisdruck und notwendige bessere Standortbedingungen.

Wien, 12. Mai 2026 – Die politische Einigung auf europäischer Ebene zum sogenannten Critical Medicines Act (CMA) ist aus Sicht der pharmazeutischen Industrie ein wichtiger Schritt zur Stärkung der europäischen Arzneimittelversorgung. Die neuen Regelungen des CMA sollen Produktionskapazitäten ausweiten und die Abhängigkeit von Drittstaaten reduzieren. Dazu sagt Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG: „Dass die EU die Versorgungssicherheit mit kritischen Arzneimitteln stärker in den Fokus rücken will, ist zu begrüßen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie verletzlich globale Lieferketten sind. Daher ist es richtig, Produktionsstandorte in Europa gezielt zu stärken.“

Ein wichtiger Bestandteil der Regelungen ist, dass strategische Produktionsprojekte künftig leichter gefördert und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden sollen. Entscheidend wird jedoch sein, dass die angekündigten Maßnahmen genauso auch die Wettbewerbsfähigkeit im Auge behalten, damit Produktionskapazitäten tatsächlich nachhaltig in Europa aus- und weiter aufgebaut werden können. „Wer eine stärkere Produktion in Europa will, muss auch bereit sein, die damit verbundenen höheren Kosten zu tragen. Eine dauerhafte Niedrigpreispolitik, wie sie bisher üblich war, steht dem Ziel resilienter Lieferketten entgegen“, betont Herzog. Gerade bei patentfreien Arzneimitteln sei der Preisdruck in vielen europäischen Ländern und so auch in Österreich enorm hoch, wodurch Produktionskapazitäten aus Europa abgewandert seien. 

Kritisch zu sehen ist ebenso der Vorstoß einer gemeinsamen Beschaffung. Auch hier mahnt Herzog eine gesamthafte Betrachtung ein: „Aus Zahlersicht ist das Bemühen um eine gemeinsame Beschaffung nachvollziehbar. Was diese aber nicht bewirken darf, ist, dass es erst recht wieder zu einer Standortschwächung und Marktausdünnung kommt, indem der Druck auf Arzneimittelproduzenten durch zusätzliche Verpflichtungen weiter erhöht wird. Vielmehr sollte auch diese Form des Einkaufs am Ende dazu beitragen, Europa als Forschungs- und Produktionsstandort für Arzneimittel zu stärken und nicht weiter zu schwächen.“

Rückfragehinweis
PHARMIG – Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs
Head of Communication & PR
Peter Richter, BA MA MBA
+43 664 8860 5264
peter.richter@pharmig.at

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