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Das Spiel mit dem Feuer

Das Spiel mit dem Feuer
  • KOMMENTAR
  • 09.04.2019

Warum es gefährlich und verboten ist, rezeptpflichtige Medikamente über das Internet zu beziehen

Das BMF schlägt Alarm: Der neue Bericht zur Produktpiraterie spricht eine eindeutige Sprache. Immer mehr Menschen beziehen eigentlich rezeptpflichtige Medikamente über‘s Web. Die Zahl der illegalen und gefälschten Arzneimittel steigt damit dramatisch an. Das ist nicht nur verboten, sondern auch gefährlich. Im vergangenen Jahr hat der österreichische Zoll insgesamt knapp 3.000 Postsendungen mit insgesamt 1,2 Millionen Arzneimittelfälschungen und Plagiaten aufgegriffen. Das sind fast 30 Mal so viele Fälschungen wie vor zehn Jahren.

Während Plagiate von Louis Vuitton-Handtaschen und Nike-Sportschuhen ebenso verboten sind und die Wirtschaft schädigen, spielen Arzneimittel-Plagiate in einer komplett anderen Liga. Sie sind schlicht gefährlich! Niemand überprüft sie, testet sie. Sie könnten vollkommen wirkungslos oder im schlimmsten Fall für die eigene Gesundheit lebensgefährlich sein. 

Rezeptpflichtige Arzneimittel sollte man ausschließlich in der Apotheke kaufen oder beim Arzt beziehen. Wir haben gerade im Februar mit der neuen Fälschungsrichtlinie das Eindringen von gefälschten Arzneimitteln in die legale Lieferkette noch schwieriger gemacht. Aber in Wahrheit kann man den Fälschern und Betrügern nur dann dauerhaft das Handwerk legen, wenn die Nachfrage versiegt. 

Darum wollen wir aufklären. Aufklären, dass es keinen Grund dafür gibt, rezeptpflichtige Medikamente anders als über Apotheke oder Arzt zu erwerben. Egal ob Bequemlichkeit, Kosten-Sensibilität oder vielleicht Scham der Antrieb für die Bestellung im Web sind, es zahlt sich nicht aus, ist unsicher, verboten und ein Spiel mit der eigenen Gesundheit.

Bei rezeptfreien Medikamenten ist die Lage anders: Sie können ganz legal über das Internet bestellt werden. Weil man aber auch bei rezeptfreien Arzneimitteln nicht vor Fälschungen gefeit ist, sollte man sie nur bei jenen Online-Apotheken beziehen, die registriert sind und auf ihrer Website das Sicherheitslogo für legale Internetapotheken tragen. So gehen wir alle immer auf Nummer sicher.

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Mag. Alexander Herzog
    Mag. Alexander Herzog
    Secretary General

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