Versorgungssicherheit braucht Arzneimittelvielfalt
Verlässliche und für die pharmazeutische Industrie tragfähige Rahmenbedingungen entlang der gesamten Lieferkette sind essenziell, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Wien, 24. September 2026 – Apotheken sind ein zentrales Glied in der Arzneimittel-Versorgungskette. Der morgige Welttag der Apotheken unterstreicht diese so wichtige Rolle. Doch Apotheken können Patientinnen und Patienten nur mit jenen Medikamenten versorgen, die sie auch im Lager haben. Geopolitische Entwicklungen, ein anhaltender Preisdruck und eine restriktive Preisgestaltung machen jedoch die Medikamentenversorgung auf breiter Ebene immer schwieriger. Aus diesem Anlass plädiert Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG, für ein Umdenken: „Wir brauchen ein grundlegendes Verständnis dafür, dass Arzneimittel als Investitionsgüter angesehen werden und dass nicht permanent und ausschließlich ihre Kosten im Mittelpunkt stehen. Dem folgend sollte die Politik die Rahmenbedingungen für den Medikamentenbereich so ausgestalten, dass sowohl bewährte wie auch innovative Medikamente weiterhin Teil einer qualitativ hochwertigen und vielfältigen Versorgung sein können.“
Monat für Monat fallen in Österreich bis zu 20 Medikamente aus dem Erstattungskodex. Dadurch gibt es zunehmend weniger Behandlungsoptionen. Der Grund dafür ist oftmals, dass Unternehmen ihre Produkte nicht mehr kostendeckend in der Versorgung halten können, weil deren erzielbare Preise zu niedrig sind. „Das erhöht die Abhängigkeit von immer weniger Anbietern, was Gift für die Versorgungssicherheit ist. Denn wenn es dann irgendwelche Probleme in der Lieferkette gibt, kann kaum oder nur mit großem Aufwand ein Ersatz gefunden werden“, warnt Herzog.
Noch gelangen jährlich rund 220 Millionen Arzneimittelpackungen von den pharmazeutischen Herstellern über den Großhandel in die österreichischen Apotheken. Dieses Niveau zu halten, ist jedoch keine Selbstverständlichkeit. „Eine sichere Arzneimittelversorgung braucht Vielfalt. Je mehr Arzneimittel und Anbieter dauerhaft in der Versorgung bleiben, desto widerstandsfähiger ist das System gegenüber Krisen, Lieferengpässen und anderen Verwerfungen. Gehen Produkte und Anbieter verloren, sinken auch die Therapieoptionen für Patientinnen und Patienten. Umso wichtiger ist es, jetzt schnell die richtigen Weichen zu stellen, idealerweise mit der von der Politik ohnehin beabsichtigten Life-Sciences-Strategie“, so Herzog. Eine solche müsse nun rasch ausformuliert und in die Umsetzung gebracht werden, damit sowohl die Qualität der Medikamentenversorgung sichergestellt als auch die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Österreich gestärkt wird, so der Verbandsvertreter.
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