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Österreichs Gesundheitswesen: fast, aber doch nicht ganz gut

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  • 27.01.2016

Europaweiter Vergleich sieht Österreichs Gesundheitswesen als mittelprächtig. Verschlechterungen bei grenzüberschreitender Pflege, Informationsangebot und Wartezeiten.

Wien, 27.01.2016 – Zwölfter Platz von 35 für Österreich: im europaweiten Vergleich der Gesundheitssysteme (Euro Health Consumer Index, EHCI) fällt Österreich kontinuierlich immer weiter zurück. Im Report aus dem Jahr 2014 lag Österreich noch an zehnter Stelle von 37. Verschlechterungen im Vergleich zum Vorjahr gab es für Österreich bei der Ausübung der Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Pflege, beim Informationsangebot via Internet- oder 24-Stunden-Telefonservices und bei den Wartezeiten für Behandlungen. Bei einem einzigen Indikator, nämlich den Krebsüberlebensraten, konnte sich Österreich im vergangenen Jahr klar verbessern.

Dazu Prof. Dr. Robin Rumler, Präsident der Pharmig: „Dass wir bei den Krebsüberlebensraten ganz vorne mit dabei sind, ist für Krebspatienten in Österreich äußerst erfreulich und der großartigen Leistung des Gesundheitspersonals sowie der stetigen Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten geschuldet. Hier zeigt sich, wie wertvoll das Engagement der pharmazeutischen Industrie ist und welchen Nutzen Innovationen für die Patienten haben können.“ Letztes Jahr seien laut Rumler 25 neue Medikamente am österreichischen Apothekenmarkt verfügbar gemacht worden. „Wir bringen laufend neue Medikamente auf den Markt, um Behandlungsoptionen weiter zu verbessern oder im Idealfall bisher nicht heilbare Krankheiten zu heilen“, so Rumler.

Was beide vermissen, sind nachhaltige Verbesserungen durch die Gesundheitsreform. Das spiegelt sich auch im Ranking Österreichs beim EHCI wider. Dazu Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig: „Wenn wir sehen, wo Österreich nach wie vor hinterherhinkt oder sich sogar verschlechtert, dann frage ich mich: Wo bleiben die Resultate der Gesundheitsreform?“

Beide fordern hier lange überfällige strukturelle Anpassungen und damit einhergehende Einsparungen. „Dieses Geld könnte in der Folge sinnvoll eingesetzt werden, etwa für Präventionsmaßnahmen und für die Verbesserung der Gesundheitskompetenz“, ist Huber überzeugt. Denn gerade hier beweist der EHCI ein seit Jahren schon bestehendes Manko in Österreich: Durchimpfungsraten, Tabak- und Alkoholprävention sind hierzulande ausbaufähig. „Deshalb unterstützt die Pharmawirtschaft gemeinsam mit den Sozialversicherungsträgern über das Gremium Gesundheitsziele ganz gezielt Projekte, die diese Situation verbessern helfen sollen“, ergänzt Rumler.

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