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Klinische Forschung als Chance für die Wirtschaft

Klinische Forschung als Chance für die Wirtschaft
  • KOMMENTAR
  • 11.03.2020

Wer hätte das gedacht: industrie-gesponserte klinische Forschung in Österreich trägt jährlich 144,2 Mio. Euro zur Gesamtwirtschaft bei. Anders ausgedrückt: Ein Forschungseuro generiert 1,95 Euro an Wertschöpfung für Österreichs Gesamtwirtschaft. Die PHARMIG hat gemeinsam mit dem Institut für Pharmaökonomische Forschung (IPF) erstmalig die Effekte klinischer Studien auf Österreichs Wirtschaft und Beschäftigung ermittelt.

Insgesamt lassen sich aus der Analyse direkte Effekte auf die Wertschöpfung in Höhe von 74,13 Millionen Euro, indirekte in Höhe von 38,47 Millionen Euro und sekundäre auf die Wertschöpfung im Wert von 31,60 Millionen Euro ablesen. Darüber hinaus schafft und sichert die klinische Forschung Arbeitsplätze im Ausmaß von 2.021 Vollzeitäquivalenten pro Jahr. Durch die von pharmazeutischen Unternehmen im Rahmen klinischer Prüfungen zur Verfügung gestellten Behandlungen im Wert von jährlich 100,53 Millionen Euro wird das Gesundheitssystem jedes Jahr um 0,3 % der laufenden Gesundheitsausgaben entlastet.

Obwohl sich klinische Prüfungen also rundum positiv auswirken, ist die Anzahl der beantragten und laufenden klinischen Prüfungen in Österreich in den letzten Jahren stagnierend. Das wirkt sich negativ auf die rasche Verfügbarkeit innovativer Arzneimittel und auf den Forschungsstandort insgesamt aus. Ohne klinische Prüfungen gibt es keine Innovation und somit auch keine Verbesserung der medizinischen Versorgung zukünftiger Patienten. Das muss uns allen bewusst sein.

2019 wurden von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA 66 Medikamente zur Zulassung empfohlen, davon 30 mit neuem Wirkstoff. Eine derartig hohe Innovationsleistung wäre nicht möglich ohne die Unternehmen, Institutionen und Personen, die sich dafür täglich in der Forschung einsetzen. Österreich braucht, um auch in Zukunft ein starker und attraktiver Gesundheits-, Forschungs- und Innovationsstandort zu bleiben, nicht nur innovationsfreundliche und stabile Rahmenbedingungen.

Im Sinne der Patientinnen und Patienten gilt es, den Zugang zu Arzneimitteln in einigen Bereichen anzupassen und diesen in einem entbürokratisierten Gesundheitswesen rasch und umfassend zu ermöglichen. Diese Entbürokratisierung wünschen wir uns auch für die klinische Forschung.

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Mag. Alexander Herzog
    Mag. Alexander Herzog
    Secretary General

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