Pharmig-Verhaltenscodex und Verfahrensordnung der Fachausschüsse VHC I. und II. Instanz

Die freiwillige Selbstregulierung durch den Pharmig-Verhaltenscodex zeugt von großem Verantwortungsbewusstsein und vom klaren Willen unserer Mitglieder, eine hohe Branchenkultur zu leben.

Arzneimittel sind wertvolle, technisch hoch entwickelte Güter und bilden einen wesentlichen Bestandteil in der Gesundheitsversorgung einer Gesellschaft. Effiziente medikamentöse Therapien garantieren effizienten Einsatz der Mittel im Gesundheitswesen. Arzneimittel helfen Kosten im Gesundheitswesen zu sparen. Eine erfolgreiche Erforschung von Arzneimitteln ist ohne Zusammenarbeit zwischen pharmazeutischen Unternehmen und Angehörigen der Fachkreise nicht denkbar. Dabei gilt es, die Grundregeln dieser Zusammenarbeit auf transparente und faire Weise im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen und des Pharmig-Verhaltenscodex zu gestalten.

Die freiwillige Selbstregulierung durch den Pharmig-Verhaltenscodex zeugt von großem Verantwortungsbewusstsein und vom klaren Willen unserer Mitglieder, eine hohe Branchenkultur zu leben. Die Pharmawirtschaft setzt damit ein klares Zeichen, um den vernünftigen und verantwortungsvollen Umgang mit Arzneimitteln aktiv zu fördern.

Der Pharmig Verhaltenscodex wurde im Jahr 2007 grundlegend überarbeitet. Auslöser dafür waren Erkenntnisse aus den bisherigen Verfahren: einerseits bestand die Notwendigkeit, bestehende Verfahrenslücken zu schließen, andererseits war eine Präzisierung der materiellen Bestimmungen unter Berücksichtigung der gesetzlichen Bestimmungen und des EFPIA Codes erforderlich. Oberstes Ziel der Novellierung war und ist es, ein schlagkräftiges, anerkanntes Instrument zur Wahrung der Branchenkultur zu schaffen und die Verfahrensabläufe zu optimieren.

VHC: Materialrechtliche Bestimmungen und Verfahrensordnung

Der Pharmig-Verhaltenscodex enthält neben den Allgemeinen Grundsätzen Regeln für die Information über Arzneimittel, Werbung für Arzneimittel, Information und Werbung über das Internet, Veranstaltungen, Zusammenarbeit mit Fachkreisen oder Dritten, Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen, Transparenz, Vorteile, Gewinnspiele, Mitarbeiter in den Unternehmen, klinische Prüfungen und Verstöße gegen das AMG.

Die Verfahrensordnung der Fachausschüsse VHC I. und II. Instanz legt den prozessualen Rahmen für die Abwicklung eingebrachter Beschwerden fest. Ziel war und ist es, ein straffes, attraktives und durchsetzungsfähiges Verfahren zur Verfügung zu stellen. Dies ist u.a. mit dem vereinfachten Verfahren vor dem Fachausschuss VHC I. Instanz durch Abgabe einer Unterlassungserklärung gelungen.

Nicht-Mitglieder oder Dritte haben die Möglichkeit, gegen behauptete Verstöße des VHC Beschwerden einzubringen, wobei diesbezüglich eine schriftliche VHC-Vereinbarung für das jeweilige Verfahren abzuschließen ist. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass sowohl der Beschwerdeführer als auch das betroffene Unternehmen einheitlichen Regeln unterliegen. Seit 2007 besteht die Möglichkeit, Beschwerden anonym einzubringen, sofern es sich um behauptete Verstöße gegen Artikel 7 (Veranstaltungen) und 9 (Vorteile) handelt.

2014 wurden Bestimmungen zur Offenlegung von geldwerten Leistungen aufgenommen.